Der Mäusesheriff
5+nach Janosch (*1931)
in einer Bühnenfassung von Lena Kammermeier (*1980)
Uraufführung
Jippi Brown aus Texas, die stärkste und mutigste Maus weit und breit, weiß abenteuerliche Geschichten zu berichten. Die Mäuseschar ist begeistert und will mehr, mehr, mehr! Denn, dass ein Sheriff, zumal ein doppelter, nicht unbedingt sehr groß sein muss, versetzt jede Maus in helle Aufregung. Oder sind das nur Lügengeschichten? Und wenn schon! Muss denn eine Geschichte wirklich wahr sein, um Spaß zu machen? Lügen ist für Kinder wichtig: Die Nichtwahrheit sprechen und eine Geschichte erfinden,wobei die Grenzen zusehends verschwimmen. Aber macht die Not die Lüge zur Tugend? Oder lassen sich Lügen manchmal doch leichter als die Wahrheit erzählen?
Jippi Brown behauptet sich als großer Westernheld. In der Marburger Fassung nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Janosch betreten zwei Schauspieler die Bühne: Jippi, der Lügner, der Aufschneider, und Magdalene, sein Gegenüber, seine Zuhörerin. Und sie beginnen zu lügen, dass sich die Balken biegen. Beide Schauspieler werden zu Geschichtenerfindern, werfen sich ins Spiel(-feld), behaupten sich als Westernhelden und Abenteurer. Ohne aufwändige theatrale Mittel, unterstützt von grafischen Illustrationen, nimmt die behauptete Geschichte Gestalt an. Und auch als sie beginnen, sich gegenseitig beim Schwindeln zu ertappen, ist das für sie nur ein weiterer Ansporn, noch einen drauf zu setzen. Wie immer im Theater ist die Geschichte nur eine Behauptung, doch man möchte Jippi und Magdalene zu gerne glauben, was sie erzählen. Aber das Lügen birgt Gefahren, denn schon ein altes Sprichwort sagt: Lügen haben kurze Beine. Und Geschichten erfinden ist anstrengend! Das Dasein auf der Überholspur der Lüge führt zwangsläufig zur Erschöpfung. Besonders, wenn man plötzlich selbst nicht mehr weiß, wo die Wirklichkeit aufhört und die Täuschung beginnt. So erforschen die beiden Darsteller in unkonventioneller, humorvoller und experimentierfreudiger Weise den Moment, in dem aus Spaß plötzlich Ernst wird.
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Vorstellungen für Schulen:
Montag 15.11.2010
Mittwoch 17.11.2010
Freitag 26.11.2010
Montag 29.11.2010
Dienstag 30.11.2010
Montag 06.12.2010
Premiere 02.10.2010
RegieEnsembleproduktion (J. Hubert, A. Müller, O. Zuschneid)
Bühne
Marcel Franken, Leopold Volland
Kostüme
Dramaturgie
Eva Bormann, Lena Kammermeier
Besetzung