Don Quijote

Don Quijote

10+

nach Miguel de Cervantes (1547-1616)

Maries Großvater ist ein Eigenbrötler. Ständig vertieft in alte Ritterromane, träumt er davon, gemeinsam mit einem Knappen im Land umherzuziehen, um Heldentaten zu vollbringen. Nun ist die Zeit reif. Mit seiner Enkelin im Gefolge begibt sich der selbst ernannte Ritter auf eine abenteuerliche Reise. Vor ihren Augen ein Ziel: die Eroberung einer eigenen Insel.
Doch bald schon stellen sich den Vorhaben des Großvaters und seiner Enkelin erste Hürden in den Weg. Nicht zuletzt der eigene Sohn, Maries Vater, ist von den tollkühnen Abenteuern der beiden alles andere als begeistert. Als sich die Vorkommnisse unangenehm häufen, fasst Maries Vater einen Entschluss, um den Großvater zur Vernunft zu bringen.
Mit seiner berühmt gewordenen Figur des „sinnreichen Junkers Don Quijote von der Mancha“ in Begleitung seines getreuen Dieners Sancho Pansa gelang Miguel de Cervantes ein Werk, das heute zweifellos zur Weltliteratur zählt und seither vielfach für Film, Musik und Bühne bearbeitet wurde.

Miguel de Cervantes Saavedra, vermutlich 1547 in einer Kleinstadt nahe Madrid geboren, fiel bereits früh durch seine literarische Begabung auf. Sein Wunsch, sich durch das Schreiben von Theaterstücken den Lebensunterhalt zu finanzieren, blieb ihm jedoch zeitlebens verwehrt. Im Alter von 22 Jahren verpflichtet er sich beim spanischen Heer und verdingt sich aufgrund finanzieller Schwierigkeiten bis zur Veröffentlichung seines ersten Romans im Jahr 1584 als Soldat. Noch während er an „Der sinnreiche Junker Don Quijote von der Mancha“, kurz „Don Quijote“, schreibt, landet er nach misslungenen Geschäften wiederholt in Schuldhaft. 1605 erscheint schließlich der erste Band des Romans. Mit seiner berühmt geworden Figur des Quijote in Begleitung seines Dieners Sancho Pansa gelang Cervantes ein Werk, das für die Gattung Roman neue Maßstäbe setzte: Nicht mehr das utopisch-idyllische Ambiente der Schäferromane und auch nicht die Welt der ritterlichen Abenteuerromane bilden Schauplatz und Handlungsstruktur des „Don Quijote“, sondern das zeitgenössische Spanien unter der Herrschaft Philipp II. Neben der Parodie populärer Rittergeschichten, kritisierte Cervantes zugleich den spanischen Imperialismus seiner Zeit und warf – wie auch sein Zeitgenosse William Shakespeare – die Frage nach Wirklichkeit und Traum auf, indem er den Konflikt zwischen Ideal und Realität ins Zentrum seines Werks stellte. Der Verfasser des „Don Quijote“ zählt neben den Malern Velásquez oder El Greco und den Schriftstellern Lope de Vega sowie Calderón de la Barca zu den stilbildenden Künstlern und prägte maßgeblich die kulturelle Blüte des Landes zu Zeiten der wirtschaftlichen und politischen Vormachtsstellung Spaniens innerhalb Europas im ausgehenden 16. Jahrhundert. Infolgedessen erhielt diese Epoche schließlich den Beinamen „Goldenes Zeitalter“.


Premiere 09.01.2011

Regie

Fabian Sattler


Bühne

Tilo Steffens


Kostüme

Tilo Steffens


Dramaturgie

Eva Bormann



Besetzung

Franziska Knetsch, Gergana Muskalla, Sebastian Muskalla, Stefan A. Piskorz


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